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  • Tobias Hertle

Outdoor-Abenteuer mit Sonnenaufgang

Man kennt sie, diese Bilder, die so unglaublich beeindruckend sind, dass man sich ganz klein vorkommt und fragt sich dann, wie machen die Fotografen das nur immer, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Man fragt sich, sind die zufällig dort und machen den Schnappschuss des Tages oder steckt da mehr dahinter? Eine Frage, die ich gerne beantworten möchte, denn es kann Zufall sein, doch selbst dann steckt etwas Planung dahinter. Nehmen wir einmal einen perfekten Sonnenaufgang, eingefangen über den Gipfel der Alpen, sattes Grün im Vordergrund, die Sonne, deren erste Strahlen sich Ihren Weg durch die Spitzen der Berge bahnen, Wipfel der letzten Tannenbäume, die die Vegetation in dieser Höhe noch zulässt, durchschneiden, um dann wie zufällig auf den Sensor einer Kamera zu fallen und für, später garantiertes, Staunen zu sorgen. Wer befindet sich schon in aller Herrgottsfrüh auf dem Gipfel eines Berges? Klar, man kann früh aufstehen und hochlaufen, doch dafür steht man sehr früh auf und im schlimmsten Fall kommt man zu spät. Genau an dieser Stelle wird also klar, das kann alles kein Zufall sein, Verspätungen sollte man eliminieren und das Ganze etwas geplanter angehen. So haben wir das auch gemacht, wenngleich die Idee, am frühen Abend auf besagten Berg zu wandern genau genommen auch eine spontane Idee war. Nichts desto trotz war der Rucksack schnell gepackt und dann ging es zurück ins Allgäu mit viel zu viel Gepäck, das darauf wartete, 2 Stunden auf dem Rücken eines klapprigen Fotografen zu verbringen und dabei gefühlt immer schwerer wird. Der Aufstieg war anstrengend, habe mir das entspannter vorgestellt, doch irgendwie mit zahlreichen Pausen, die mir mein Kopf aufgrund der angeschlagenen Pumpe aufdrängte und der Motivation, ein kleines Abenteuer zu erleben, kamen wir oben an. Etwas windig, den Sonnenuntergang knapp verpasst, aber eine vielversprechende Aussicht entschädigte für alles. Alsdann wurde lecker gekocht (Dosen Chili sin Carne) und das Nachtlager aufgebaut. Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass das der erste Einsatz meiner Hängematte und Schlafsacks unter freiem Himmel war (abgesehen vom Schlafsacktest bei -12° auf dem Balkon, der nebenbei höchst erfolgreich war, Lob an Mountain Equipment). Bei der Auswahl des Schlafplatzes bin ich bis heute noch immer sehr penibel, denn nichts stört mehr, als nachts aufstehen zu müssen und dann zu hoch zu hängen, im Dunkeln herumzutappen, zu stolpern und dann von einem Bären gefressen zu werden, weil man zu dumm war, seine Füße über Wurzeln zu heben und unglücklich stürzt. Das braucht kein Mensch und deswegen dauert der Aufbau meines Nachtlagers immer etwas länger. Es schläft sich auch meist hervorragend und aufstehen muss ich auch nie (kein Grund, sich also so viele Gedanken zu machen und die Zeit anders nutzen fragt man sich da als Leser...ach, lasst mich doch). Nachdem es schnell sehr dunkel war, der Wind ordentlich pfiff und die Versuche die Milchstraße zu fotografieren mehr oder weniger scheiterten, ging es dann recht schnell in die Hängematten und in den Daunenschlafsack. Die Nacht war sehr angenehm, durch die leichte Hanglage waren wir windgeschützt und die Temperatur von knapp über dem Gefrierpunkt war gut erträglich. Überraschend wurden wir am Morgen dann von zwei Wanderinnen geweckt, die es tatsächlich vor Sonnenaufgang auf den Gipfel geschafft haben. Also schnell aus dem Nachtlager gestiegen, umgezogen und die Kamera aufs Stativ gepackt. Alles weitere erzählen die Bilder. Vielen Dank an Tobi B. für die klasse Idee, die Motivation und die unterhaltsame Begleitung. Macht jedes Mal wieder Spaß und ich freu mich schon auf das nächste (kleine) Abenteuer.




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